Stiftsbibliothek Melk wird bis 2032 umfangreich saniert

LH Mikl-Leitner: „Große Verantwortung, das historische Erbe weiterzugeben“

St. Pölten (OTS/NLK) – Die Bibliothek im Stift Melk wird in den kommenden Jahren saniert. Für die Restaurierung werden bis ins Jahr 2032 zwölf Millionen Euro investiert. Darüber informierten heute, Freitag, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Abt Georg Wilfinger und Erwin Hameseder, Präsident des Fördervereins „Ex litteris immortalitas“, bei einem Pressegespräch im Kolomanisaal des Stiftes Melk.

„Heute ist ein Tag, an dem wir einen Meilenstein setzen auf einer langen und spannenden Reise für das Stift Melk. Eine Reise des Miteinanders zwischen Stift Melk, dem Land Niederösterreich und dem Förderverein. Eine Reise, wo wir uns vorgenommen haben, die Bibliothek zu restaurieren“, informierte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die auch Vorsitzende des Kuratoriums zur Restaurierung der Bibliothek ist. „Die Arbeiten starten heuer und wenn alles gut geht, soll die Reise im Jahr 2032 zu Ende sein. In unserer ersten konstituierenden Sitzung haben wir nicht nur das Kuratorium eingesetzt, sondern haben selbstverständlich auch einen Gesamtüberblick über das Projekt bekommen. Und wir haben natürlich den Beschluss gefasst, die erste Phase anzugehen.“

Die Renovierungsarbeiten werden in elf Etappen angelegt, die ersten Arbeiten werden unter anderem die Fensterrestaurierung, die Bücherreinigung und die Planung der Hochdruckvernebelungsanlage zur Brandbekämpfung sein. „Die Kosten für den ersten Investitionsschritt liegen bei 500.000 Euro. Seitens des Landes Niederösterreich übernehmen wir gerne ein Viertel der Kosten und somit 125.000 Euro. 47 Prozent kommen auf das Stift, 15 Prozent auf den Bund und drei Prozent auf die Stadt Melk“, erklärte die Landeshauptfrau. Die restlichen zehn Prozent bringt der Förderverein auf. Man engagiere sich, so Mikl-Leitner, weil es „eine ganz große Verantwortung ist, das historische Erbe weiterzugeben“. Diese Bibliothek sei eine geistige Kraftquelle, die inspiriert, motiviert und gerade in schwierigen Zeiten Halt und Orientierung gibt. Zudem sei das Stift ein Highlight des Kulturtourismus und die Denkmalpflege ein wesentlicher Wirtschaftsimpuls.

Abt Georg Wilfinger sagte: „In der heutigen Zeit von Gräueltaten, Krieg, menschlichem Elend und Flüchtlingen, in der das Stift Melk einen großen Beitrag in der Flüchtlingshilfe leistet, gehören Parallelen dazu.“ Eine Parallele sei die Bibliothek mit den 100.000 Büchern, 750 Inkunabeln und 1.800 Handschriften. „Unsere Bibliothek, die dringend einer Sanierung und Restaurierung bedarf. Wir wollen gemeinsam in den nächsten zehn, elf Jahren etwas dazu beitragen“, führte der Abt weiter aus. Das Gesamtkonzept wurde mit allen Beteiligten abgestimmt, der positive Bescheid vom Bundesdenkmalamt liege bereits vor. Hauptsächlich werde in die bestehende Raumschale und Ausstattung investiert. Neben Arbeiten an Böden, Wände, Decken, Fenster und Türen werden die Ausstattungen aus Holz, Metall, Architekturoberflächen und die Bücher instandgesetzt, restauriert und ergänzt. Darüber hinaus werden der Brandschutz, das Fluchtwegekonzept und das Raumklima verbessert. Die Kostenschätzung für sämtliche Arbeiten beläuft sich auf zwölf Millionen Euro. Der Bibliotheksbetrieb soll während der Arbeiten so gut wie möglich weiterlaufen.

Erwin Hameseder sagte, er habe die Obmannschaft des Vereins Ex litteris immoratalitas sehr gerne übernommen, nachdem Alexander Hauer großartige Vorbereitungsarbeiten im Förderverein geleistet habe. „Wir sind bereit, mit dem Kuratorium arbeiten zu können, mit dem Ziel, Sponsorinnen und Sponsoren anzusprechen. Dieser Förderverein hat eine einzigartige Aufgabe, der wir uns sehr gerne und mit Hingabe widmen werden, nämlich viele aus der Bevölkerung anzusprechen, aber natürlich aus einem Netzwerk der Wirtschaft ebenfalls Begeisterung zu erzeugen, um uns bei der Restaurierung der einzigartigen Bibliothek zu unterstützen.“ Dazu werde es im Verein ordentliche Mitglieder, Unterstützer, Förderer und Gönner geben, der Unterschied liege in der Beitragssumme. Man könne auch Patenschaften für einzelne Bücher oder Buchserien übernehmen. Der Förderverein möchte „pro Jahr 100.000 Euro, über die Jahre insgesamt jedenfalls 1,2 Millionen Euro, also zehn Prozent, beitragen“, so Hameseder.

Quelle; Pressemitteilung https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20220408_OTS0137/stiftsbibliothek-melk-wird-bis-2032-umfangreich-saniert

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