Online in E-LIS: NS-Provenienzforschung und Restitution: ethi­sche Verpflichtung und stra­te­gi­sche Aufgabe für Bibliotheken – am Beispiel der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien (Bruno Bauer)

Bruno Bauer:
NS-Provenienzforschung und Restitution: ethi­sche Verpflichtung und stra­te­gi­sche Aufgabe für Bibliotheken – am Beispiel der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien

Online in E-LIS: http://eprints.rclis.org/handle/10760/17804

NS provenance research is an ethical obligation and a strategic task for libraries. In 2007 the University Library of the Medical University of Vienna started a project on NS provenance research in order to identify and restitute books looted during the NS dictatorship and incorporated into the library holdings. At the University Library of the Medical University Vienna NS provenance research developed from a project into routine work. A written process documentation depicts the role of the university library, legal department and rectorate to establish a professional and standardised work flow. Furthermore the paper highlights the importance of interconnecting NS provenance research projects running in several libraries. The results of these projects should be searchable and visible in the library catalogue. Moreover, this information should be made public via publications, presentations and weblogs.

NS-Provenienzforschung stellt eine ethische Verpflichtung und strategische Aufgabe für Bibliotheken dar. 2007 wurde an der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien ein Projekt zur NS-Provenienzforschung mit der Zielsetzung gestartet, Bücher, die während der NS-Diktatur ihren rechtmäßigen Eigentümern geraubt worden sind und in den Bestand der Bibliothek gelangt sind, zu identifizieren und an die rechtmäßigen Besitzer bzw. deren Erben zu restituieren. In jüngster Zeit hat sich NS-Provenienzforschung an der Universitätsbibliothek der Medizinischen Universität Wien zunehmend von einem Projekt zu einer Routineaufgabe entwickelt. Um eine professionelle und standardisierte Vorgangsweise zu gewährleisten wurde im Zuge der Prozessdokumentation ein Prozess »NS-Provenienzforschung und Restitution « rstellt, in dem die Rollen von Universitätsbibliothek, Rechtsabteilung und Rektorat abgebildet sind. Angesprochen werden auch die Bedeutung der Vernetzung der an den verschiedenen Bibliotheken betriebenen NS-Provenienzforschungsprojekte, der Sichtbarmachung der Forschungsergebnisse im Bibliothekskatalog und der Information der interessierten Öffentlichkeit in Form von Publikationen und Vorträgen, insbesondere mit den Möglichkeiten eines Weblogs.

Die Beiträge des 10. Bandes der Schriften der Vereinigung Öster­rei­chi­scher Bibliothekarinnen und Bibliothekare, der dem Thema „NS-Provenienzforschung an öster­rei­chi­schen Bibliotheken“ gewid­met ist, können mittlerweile auch online aufgerufen werden.

Online-Beiträge von Band 10 der Schriften der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare in E-LIS: e-prints in library and information science: http://eprints.rclis.org/
Interessierte Personen können nach wie vor die gedruckte Version beziehen:
Bruno Bauer, Christina Köstner-Pemsel, Markus Stumpf (Hrsg.): NS-Provenienzforschung an öster­rei­chi­schen Bibliotheken. Anspruch und Wirklichkeit (= Schriften der Vereinigung Öster­rei­chi­scher Bibliothekarinnen und Bibliothekare 10)
542 Seiten, W. Neugebauer Verlag, Graz–Feldkirch, Oktober 2011, Broschur/Fadenheftung, € 59,90
ISBN 978-3-85376-290-5
für VÖB-Mitglieder ermä­ßig­ter Preis € 45,– (nur Direktbezug)
Bestellung per Mail: wnverlag@aon.at

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