APA: Kulturausschuss: Wunsch der Koalition nach gemeinsamer Eintrittskarte für Bundesmuseen und ÖNB

Anträge der Opposition zum Thema Bundesmuseen teilweise vertagt bzw. abgelehnt

Wien (PK) – Einen großen thematischen Block der Debatten im Kulturausschussbildeten die Bundesmuseen mit der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB). Unter anderem ging es dabei um organisatorische Fragen dieser großen Kultureinrichtungen. Die SPÖ spricht sich für eine Optimierung der Organisationsstrukturen der Bundesmuseen aus. Die Fraktion JETZT fordert einen gemeinsamen Kollektivvertrag der Bundesmuseen und der ÖNB. Zudem will JETZT das Leopold-Museum in ein Bundesmuseum umwandeln und das Museumsangebot in Österreich um ein neu zu schaffendes „Haus der Kulturen“ erweitern. Mehrere Anträge befassen sich mit den Fragen des vergünstigten bzw. freien Eintritts in den Bundesmuseen. …

SPÖ: Organisationsstruktur der Österreichischen Bundesmuseen optimieren

SPÖ-Kultursprecher und Vorsitzender im Kulturausschuss Thomas Drozda macht sich für eine Optimierung der Organisationsstruktur der österreichischen Bundesmuseen und der kulturpolitischen Steuerung dieser Kultureinrichtungen stark ( 321/A(E) ). Er erinnert an den Gesetzesantrag, der gegen Ende der vergangenen Legislaturperiode von SPÖ, Grünen und NEOS zur Weiterentwicklung der Strukturen der Bundesmuseen und der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB) eingebracht wurde. Er erwartet vom Kulturminister dazu bis Anfang 2019 eine Regierungsvorlage. Diese solle neben der organisatorisch-strukturellen Neuaufstellung auf optimierte Geschäftsprozesse der Häuser selbst sowie untereinander abzielen. Weiters gelte es, die Eigentümerrolle des Bundes zu stärken und ein unabhängiges ExpertInnengremium zu seiner Beratung einzurichten.

ÖVP-Abgeordneter Martin Engelberg stellte in der Kulturausschusssitzung einen Antrag auf Vertagung dieses Punktes. Er wies darauf hin, dass die Interne Revision des Kulturministeriums derzeit eine Evaluierung der Bundesmuseen durchführe und das Bundeskanzleramt eine Querschnittsprüfung vornehme.  …

… und gemeinsamen Kollektivvertrag der Museen

Trotz entsprechender Ankündigungen mehrerer BundesministerInnen verfüge unter den Bundesmuseen bisher lediglich das Kunsthistorische Museum über einen Kollektivvertrag, konstatiert Wolfgang Zinggl. Die Gehälter der Führungsebene und leitender Angestellter seien zudem deutlich gestiegen, die ArbeitnehmerInnen der Bundesmuseen und der Österreichischen Nationalbibliothek hätten hingegen in den letzten Jahren einen Reallohnverlust erlitten. Zinggl fordert den Kulturminister daher auf, die Bundesmuseen-Konferenz zum Abschluss eines gemeinsamen Kollektivvertrags mit den Arbeitnehmervertretungen der Bundesmuseen und der Österreichischen Nationalbibliothek zu bewegen ( 112/A(E) ).

Bundesminister Blümel erklärte, es würden bereits formelle Gespräche mit der Gewerkschaft geführt. …

Abgeordnete für Ausweitung des Angebots an vergünstigten Eintrittsmöglichkeiten in Bundesmuseen

Die Ausweitung des Angebots an Jahreskarten bzw. des freien Eintritts in die Bundesmuseen ist sowohl den Abgeordneten der Koalition als auch der der Fraktion JETZT ein Anliegen. In einem Entschließungsantrag ( 503/A(E) ) setzen sich die Abgeordneten Maria Großbauer (ÖVP) und Walter Rosenkranz (FPÖ) für eine gemeinsame Karte für den Zutritt zu den Bundesmuseen und zur Österreichischen Nationalbibliothek ein. Der Besuch von Ausstellungen in diesen Institutionen solle zu einem attraktiven Preis möglich werden, ohne dabei die erfolgreichen bestehenden Jahreskarten zu konterkarieren, heißt es dazu. Das Ziel sei ein ergänzendes Angebot zu bestehenden Zutrittsmodellen.

JETZT-Kultursprecher Wolfgang Zinggl will ebenfalls einen niederschwelligen Zugang zum musealen Angebot auch für weniger kaufkräftige Publikumsschichten. Erreicht werden könnte das unter anderem durch eine gemeinsame Jahreskarte der Bundesmuseen und der Österreichischen Nationalbibliothek, lautet sein Vorschlag dazu ( 170/A(E) ). Ein weiterer Vorschlag Zinggls zielt auf einen „Kulturpass“ für alle ÖsterreicherInnen ab ( 477/A(E) ). Er verweist dazu auf den Erfolg der Aktion „Hunger auf Kunst & Kultur“, die derzeit in acht Bundesländern einen kostenlosen „Kulturpass“ für sozial Bedürftige anbietet. Aufbauend darauf könnte man einen vergleichbaren Kulturpass für alle nicht Anspruchsberechtigten zu einem Pauschalpreis von etwa 99 € pro Jahr anbieten. Zinggl spricht sich außerdem für den freien Eintritt für Studierende ( 254/A(E) ) sowie in einem weiteren Antrag für den freien Eintritt für Lehrlinge in den Bundesmuseen aus ( 369/A(E) ). …

Die Oppositionsanträge wurden im Ausschuss jeweils mit Stimmenmehrheit abgelehnt. Der Antrag Großbauers und Rosenkranz‘, gemeinsame Jahreskartenmöglichkeiten für die Bundesmuseen und die Österreichische Nationalbibliothek zu überlegen, wurde mehrheitlich angenommen. (Fortsetzung Kulturausschuss).

Quelle: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20181128_OTS0264/kulturausschuss-wunsch-der-koalition-nach-gemeinsamer-eintrittskarte-fuer-bundesmuseen-und-oenb

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