Erinnerungsspeicher und Desastermanagement

Die Presse bringt einen Rundgang durch österreichische „Erinnerungsspeicher“. Trauriger Anlass ist der Wassereinbruch im neuen Albertina-Depot nach den Dauerregenfällen der letzten Zeit. Sind unsere Kulturschätze gut verwahrt? Desastermanagement tut jedenfalls not. Sind unsere Einrichtungen darauf vorbereitet? Dies erfährt man allerdings nicht in dem Artikel.

Die Arche Noah im Untergrund

Durch den Wassereinbruch ins Albertina-Depot sind unsere »Erinnerungsspeicher« wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gekommen. Ein neugieriger Gang durch sonst Verschlossenes.

Die größten Schäden entstehen durch die Technik“, erklärt Kircher [Finanzdirektor des Wienmuseums], „wenn Klimaanlagen ausfallen oder Brandmeldeanlagen losgehen“.Das sieht Johanna Rachinger völlig anders. „Die Technik muss nur immer verbessert werden“, meint die Generaldirektorin der Nationalbibliothek. Sie fordert schon seit längerem vehement einen neuen Speicher unter dem Heldenplatz. Sonst kann sie der gesetzlichen Verpflichtung, alle Publikationen des Landes zu bewahren, nicht mehr nachkommen. 30 Millionen Euro zur Bewahrung des Lesestoffs der nächsten 70 Jahre – das ist wahrlich kein Preis.

Währenddessen kurven im 1992 fertiggestellten Tiefspeicher der ONB unablässig knallrote Kassetten durch die drei unterirdischen Geschosse. Wie eine Spielzeugeisenbahn hievt der Bücheraufzug die Bände zur Entnahmestelle hinauf, in nur acht Minuten. Alles wirkt clean, perfekt geordnet. 20 Sekunden hätte man Zeit, um einen Brandabschnitt zu verlassen, bräche Feuer aus. Dann wird Inergen-Gas versprüht – Feuer würde ersticken, Menschen würden nur ohnmächtig werden. Beruhigend.

Der ganze Presse-Artikel unter: http://diepresse.com/home/kultur/kunst/490792/index.do

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