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0606. 09. 2022
Übergabe historischer Pendeluhren an die Erben auf der Kuffner-Sternwarte
Am Dienstag, 6. September, 18:30 Uhr, übergibt die Universität Wien die Kutter und Riefler Uhren, die sich seit Jahrzehnten auf der Universitätssternwarte befinden, an die Familie Eberstadt. Auf Wunsch der rechtmäßigen Eigentümer werden die Uhren in der Kuffner-Sternwarte ausgestellt – ihre Geschichte ist eng mit dem Schicksal des jüdischen Unternehmers Moriz von Kuffner, Miteigentümer der Ottakringer Brauerei und Gründer der Kuffner Sternwarte, verbunden.Der Arbeitsbereich NS-Provenienzforschung der Universität Wien beschäftigt sich seit 2004 intensiv und kontinuierlich mit der Überprüfung von Buch- und Sammlungsbeständen unklarer Herkunft. Mit der Überprüfung der Provenienz der beiden Präzisionspendeluhren wurde auf Anregung von Seiten der Kuffner-Sternwarte durch Klaudia Einhorn 2019 begonnen. Die gewissenhafte Untersuchung der Aktenlage ergab, dass die Präzisionspendeluhr Ernst Kutter, Nr. 47, Stuttgart um 1884, die Präzisionspendeluhr Siegmund Riefler, Nr. 3, München um 1890, sowie das Pendel Riefler Nr. 19 ursprünglich unzweifelhaft aus dem Eigentum von Moriz von Kuffner stammen. Die Zurückstellung an die berechtigten Erben wird nun mit der Überführung der Uhren an die Kuffner-Sternwarte am 6. September durchgeführt.
Zur Geschichte der Uhren
Im Mai 2022 erfolgte die formelle Rückgabe der Pendeluhren durch die Universität Wien an die rechtmäßigen Eigentümer, zwei Urenkel des Sternwartegründers Moriz von Kuffner. Am 6. September werden sie in einem feierlichen Akt auf der Kuffner Sternwarte an Urenkel Michael Eberstadt übergeben und als Leihgabe an den Verein Kuffner-Sternwarte dort ausgestellt.Die bewegte Geschichte der Uhren ist eng mit dem Schicksal des jüdischen Unternehmers Moriz von Kuffner, Miteigentümer der Ottakringer Brauerei, verbunden. 1938 musste er vor dem NS-Regime aus Österreich flüchten. Seine Besitztümer, darunter auch die Sternwarte, wurden ihm entzogen. Mit der Kutter-Pendeluhr kehrt nun die Hauptuhr der Kuffner-Sternwarte, mit deren Hilfe der bekannte Ottakringer Sternkatalog angefertigt wurde, an ihren ursprünglichen Aufstellungsort zurück. Die Riefler-Pendeluhr war eine der genauesten Uhren ihrer Zeit.
Live-Inbetriebnahme
Am Dienstag, 6. September 2022 werden die gut verpackten historischen Präzisionspendeluhren von der Universitätssternwarte an die Kuffner-Sternwarte transportiert und dort im Rahmen einer Feier in Anwesenheit von Regina Hitzenberger, Vizerektorin der Universität Wien, sowie Günther Wuchterl, Leiter der Sternwarte (Verein Kuffner-Sternwarte), an Michael Eberstadt, Urenkel von Moriz von Kuffner, übergeben und an ihrem neuen Standort aufgestellt.
NS-Provenienzforschung der Universität Wien: https://bibliothek.univie.ac.at/provenienzforschung.html
Übergabe mit Inbetriebnahme der Uhren
Zeit: Dienstag, 6. September 2022, 18:30 Uhr
Ort: Kuffner-Sternwarte, Johann-Staud-Straße 10, 1160 Wien -
1313. 09. 2022
LOD-Abschlussveranstaltung: Success Stories
Diese Abschlussveranstaltung ist teil der Online-Veranstaltungsreihe “Unlock the Libraries: Offene Daten von und für Bibliotheken”. Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Success Story 1: Recogito
Recogito ist eine quelloffene Webanwendung für semantische Annotationen – d.h. die Annotation von Text- und Bilddokumenten mit kontrollierten Vokabularen. Über eine benutzerfreundliche Oberfläche können BenutzerInnen z.B. Orte in Texten oder digitalisierten Landkarten markieren, und sie mit Normdaten verknüpfen; oder mithilfe von Tags Dokumente mit eigenen Taxonomien auszeichnen. Annotationen können in einer Reihe von Datenformaten im- und exportiert werden. BenutzerInnen können Recogito sowohl alleine als privaten Arbeitsbereich nutzen, oder in Gruppen zusammenarbeiten. Dieser Vortrag präsentiert die Hauptfunktionen von Recogito, stellt expemplarisch einige Anwendungsgebiete vor, und präsentiert aktuelle Aktivitäten im Bezug auf die laufende Weiterentwicklung der Software.
Vortragender: Rainer Simon
Rainer Simon ist Senior Scientist in der Forschungsgruppe Data Science & Artificial Intelligence am Austrian Institute of Technology, wo er das Thema Cultural Data Science mitkoordiniert. Seine Projekte drehen sich vorwiegend um den Einsatz von computergestützten Ansätzen, KI und semantischen Technologien in den Geisteswissenschaften. Er ist der Hauptentwickler der Recogito Annotationsplatform.
Success Story 2: Historiography – Ideology – Collection (HIC)
Die Datenbank Archiv tfm, die im Rahmen des FWF-Projekts “Sammlungsideologie und Geschichtsschreibung / Historiography – Ideology – Collection” (HIC) entsteht, setzt sich wissenschaftlich-kritisch mit ausgewählten theaterhistorischen Beständen aus den nationalsozialistischen Gründungsjahren des heutigen Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft auseinander. Dabei wird ein Modell entwickelt, wie Sammlungs- und Objektgeschichte(n) in Theatersammlungen mittels strukturierter (Meta)Daten digital verzeichnet und darauf aufbauend kontextualisiert und weitergehend erforscht werden können. Herausforderungen sind ungeordnete Konvolute, ungeklärte Herkunft von Materialien sowie die Sichtbarmachung nationalsozialistischer Sammlungs-, Erwerbungs- und Ordnungsstrategien. Die Verzeichnungsarbeit im Projekt basiert auf den kürzlich veröffentlichten internationalen Standard Records in Contexts (RiC) des International Council on Archives (ICA). Mit dieser Ontologie können unter Verwendung von Linked-(Open)-Data-Prinzipien die Archivalien mit kontextuellen Metadaten erweitert und mit theaterhistorischen Ressourcen verknüpft werden. Im Zentrum der Datenverzeichnung und der digitalen Datenaufbereitung steht die (fach-)historische Kontextualisierung der Archivalien und die Sichtbarmachung der Erwerbskontexte.
Vortragende: Klaus Ilmayer, Sara Tiefenbacher
Klaus Illmayer und Sara Tiefenbacher sind Projektmitarbeiter:innen des von Birgit Peter geleiteten Forschungsprojekts “Sammlungsideologie und Geschichtsschreibung / Historiography – Ideology – Collection” (HIC) am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien.
Success Story 3: ÖNB Library Labs
Die ÖNB Library Labs sind eine Plattform für wissenschaftliche und kreative Nutzung digitaler Daten zu offenen Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek. Sie wurden im Rahmen der Digital Humanities Strategie der Österreichischen Nationalbibliothek seit 2017 aufgebaut. Angeboten werden Datensets mit Bildern und/oder Volltexten sowie Metadaten zu diversen Bestandsgruppen der Bibliothek, darunter digitalisierte Zeitungen, digitalisierte Flugblätter oder digitalisierte Musikhandschriften. Zudem sind LOD-Schnittstellen und ein SPARQL-Endpoint verfügbar. Die ÖNB Labs sind Teil der Open GLAM Labs Community und setzen im Labs Team oder in Kooperation mit Forschenden laufend Projekte um, die zur Beteiligung einladen sollen. In den kommenden Jahren sollen die Angebote der Labs erheblich verbessert werden. Wesentlich für die Entwicklung unserer Services sind die Anforderungen und Bedürfnisse aus der Community. Success Story heißt für uns auch, darüber zu reflektieren wie die ÖNB Labs ihr Angebot für ihre Kernnutzergruppen weiter verbessern können.
Vortragender: Martin Krickl
Martin Krickl ist Projektkoordinator der Digital Humanities Strategie in der Abteilung Forschung und Entwicklung der Österreichischen Nationalbibliothek. Zudem arbeitet er mit historischem Buchgut, beschäftigt sich auch mit Linked Open Data und damit, wie durch Design Thinking Services verbessert werden können.
Download:
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1616. 09. 2022
66. Generalversammlung der VÖB
Am 16.9.2022 von 12:30 bis 13:30 findet die 66. Generalversammlung der VÖB statt. Die GV wird an der Universität Graz hybrid stattfinden, vor Ort und online, in der Universitätsbibliothek, Universitätsplatz 3a, 8010 Graz.
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2222. 09. 2022
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2222. 09. 2022
Digitale Daten: Offen für alle? 9. Digitale Bibliothek
Die Tagung mit dem Thema
“Digitale Daten: Offen für alle?”lädt zum Erfahrungsaustausch über Barrierefreiheit, Inklusion und Offenheit beim Einsatz neuer digitaler Technologien und Methoden bei der Errichtung von digitalen Wissenspeichern für Kultur-, und Bildungs- und Forschungseinrichtungen.
Dabei werden in Vorträgen und Workshops zB folgende Fragen erörtert:
Wie können Barrierefreiheit, Diversität, Inklusion und ethische Aspekte (FAIR & CARE Prinzipien) im Rahmen der Aufbereitung von digitalen Repositorien gestärkt werden? Es werden Projekte und Lösungsstrategien für die Verknüpfung bestehender Informationsspeicher unter Berücksichtigung von Open Access und Open Collaboration vorgestellt und diskutiert. Auch Beiträge zur Einbindung innovativer Technologien, die einen umfassenden Zugang zu unserem Forschungs- und Kulturerbe unterstützen werden vorgestellt.Sämtliche Detailinformationen, sowie Anmeldemöglichkeiten, finden Sie auf der Tagungswebseite unter
http://conference.ait.co.at/digbib2022