aus der Wissensbilanz 2012, S. 159ff.
Bericht über die Aktivitäten im Bereich der Bibliotheken
1. Zusätzliche Leistungen der Universitätsbibliothek für den Universitätsbetrieb
Die Universitätsbibliothek (UBS) dient als Serviceeinrichtung der Forschung, der Lehre und dem Studium an der Universität Salzburg. Dies wurde verfolgt durch
A) Schulungen
1. intensive Schulungsangebote am Beginn des jeweiligen Semesters sowohl an der Hauptbibliothek als auch an allen dezentralen Standorten, in denen vor allem Studienanfänger/inne/n der Zugang und die Nutzung der Bestände der UBS nahe gebracht wurden.
2. weitere spezielle modulartig aufgebaute Schulungsangebote für spezielle Zielgruppen
3. durch Spezialeinführungen zum elektronischen Informationsangebot der UBS im Rahmen von Lehrveranstaltungen.
4. durch Literaturverwaltungsprogrammschulungen (Citavi und Endnote), die auf eine überaus große Resonanz seitens der Studierenden wie der Wissenschaftler/innen gestoßen sind.
B) Raumangebot
Die in der Hauptbibliothek befindliche Bibliotheksaula wird zunehmend für universitätsinterne wie auch für externe Veranstaltungen (Tagungen, Antrittsvorlesungen, Sitzungen etc.) genutzt; dieser Umstand erforderte eine intensive zusätzliche Veranstaltungsorganisation, die durch das vorhandene Personal bislang abgedeckt werden konnte (53 Veranstaltungen, 66 Tage)
2. Benutzer/innenzufriedenheit
Steigende Entlehn- und Besucher/innenzahlen belegen trotz des zunehmenden Angebotes
elektronischer Ressourcen die Attraktivität und die Serviceleistungen der einzelnen Bibliotheksstandorte. Durch den verstärkten Ankauf von e-Books konnte vor allem im Bereich der Lehrliteratur und der Handbücher die Verfügbarkeit dieser oft nachgefragten Werke trotz steigender Zahl der Studierenden verbessert werden.
3. Retrokatalogisierungsprojekt
Nach Abschluss dieses Projektes wurde mit die Aufarbeitung jener Problemfälle, die im
Rahmen des Projektes nicht berücksichtigt werden konnten, mit Spezialist/inn/en fortgesetzt.
4. Elektronische Medien
Die Nutzung elektronischer Medien (e-Zeitschriften, e-Books, Datenbanken) konnte neben
den bisherigen Schwerpunkten (Natur- und Rechtswissenschaften) durch Forcierung des
Angebotes für geisteswissenschaftliche Fächer gesteigert werden.
Durch eine Bedarfsanalyse wurde die Anschaffung eines Medienservers für die gesamte
Universität durch Produktanalyse auf dem derzeitigen Markt und durch konkreten Erfahrungsaustausch mit entsprechenden Bibliotheken weiter verfolgt. Durch den Beschluss des Rektorates wird die Umsetzung dieses Projektes für 2013 verfolgt.
5. MINT/MASS Mittel – Lehrliteratur
Das seitens des Ministeriums zur Verfügung gestellte Sonderbudget zur Anschaffung von
Lehrliteratur in der Höhe von 275.000 € federte einen wichtigen Bedarf an Lehrbüchern ab, sodass gerade seitens der Studierenden hier eine ausgesprochen positive Resonanz hinsichtlich der aktuellen Lehrbücher vorliegt. Weiters wurden seitens der Rechtswissenschaftlichen Fakultätsbibliothek wie auch der KGW Sondermittel für Lehrbücher zur Verfügung gestellt.
5. Bestandsmanagement
Es wurden folgende Maßnahmen gesetzt:
- Dublettenprojekt: Da vorerst kein Erweiterungsbau für die Universitätsbibliothek in Aussicht ist, wurde versucht, durch Bestandsverdichtung (z.B. Einbau von Kompaktanlagen, Regaloptimierungen) und Ausscheidung nicht mehr benötigter Dubletten Platz für Neuzugänge zu schaffen. Diese Dublettenbereinigungsarbeit wurde schwerpunktmäßig für jene Bibliotheksstandorte, die in den Unipark eingezogen sind, sowie für die Fachbibliothek für Gesellschaftswissenschaften begonnen. Primär wurden hierbei die Mehrfach-Zeitschriften bearbeitet, da diese rasch Platz schaffen. …
Ein positiver Nebeneffekt dieser Aktion besteht darin, dass meistens nun alle vorhandenen Bände einer Zeitschrift an einem Standort zur Verfügung stehen. - Umfassende Vorbereitungsmaßnahmen für die Errichtung der UniPark-Bibliothek wurden abgeschlossen, die Bibliotheksbestände wurden im Sommer 2011 übersiedelt (ca. 400.000 Bände). Der Regelbetrieb startete Anfang September 2011. Alle diese Bestände wurden zuvor für RFID-Ausleihe bearbeitet. Weiters erfolgten: Teamzusammenführung, Personaleinsatzplanung, Fachbereichskontakte, Sichtung der Sonderbestände etc. Das Jahr 2012 stand somit im Zeichen der Festigung der internen Arbeitsabläufe sowie der Bewältigung der intensiven Nutzung diesen neuen Bibliotheksstandortes.
- Durch die Platznot in den Magazinen der Hauptbibliothek mussten unter hohem Personaleinsatz weitere Bestände in das externe „Postmagazin/Kapitelgasse“ ausgelagert werden; durch Einfügung zusätzlicher Regalböden wurde ebendort eine zusätzliche Verdichtung abgeschlossen. Somit sind dort keine weiteren Platzreserven vorhanden. Nun wurde vor allem in der Hauptbibliothek begonnen, nicht mehr benötigte Mehrfachexemplare auszuscheiden. Aufgrund der Vollerfassung durch das vorangegangene Retro-Projekt können Mehrfachexemplare nun einfach identifiziert und gegebenenfalls ausgeschieden werden. Zu diesem Zweck wurde eine Datenbank eingerichtet, die die Selektion der Dubletten sowie die dafür notwendigen Bearbeitungsprozesse unterstützt. Der Vorgang ist bei Monographien sehr aufwändig, da in den Fachbibliotheken bei jedem Mehrfach-Exemplar erst überprüft werden muss, ob das zu behaltende Exemplar wirklich vorhanden und auch in Ordnung ist.
Durch gezielte Ausscheidung von Mehrfachexemplaren soll es der Bibliothek auch in Zukunft möglich sein, neue Bücher anzuschaffen und auch zu lagern. In Zukunft bedeutet
dies, dass eine gute Balance zwischen Zukauf und Abgang zu erzielen ist.
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Aufgrund des wachsenden elektronischen Medienangebotes entwickelt sich zusehend
neben der klassischen Titelaufnahme und der Erwerbung ein neues bibliothekarisches
Geschäftsfeld. Dieses erfordert eine Erweiterung der klassischen Bibliotheksarbeit durch
ein hohes Maß an technischen, innovativen, rechtlichen, evaluativen Kompetenzen. Weiters bedarf es einer sowohl internen als auch verbundweiten starken Vernetzung der bisherigen Geschäftsfelder angesichts dieser neuen Anforderungen. Eine eigene Stelle für
die Verwaltung der e-Ressourcen wurde durch Umwidmung infolge einer Pensionierung
eingerichtet. Durch eine starke Vernetzung universitätsintern mit der BdR QM sowie der
AG QE Forschung gelang es zu den Themenbereichen Forschungsdokumentation eine
bibliothekarische Kernkompetenz wie die der Bibliographie einzubringen und auch zum
Themenbereich open acces Impulse zu setzen.
6. Leihe
Im Bereich der Fernleihe ist ein stetiges Anwachsen dieser zeitintensiven Tätigkeit wahrzunehmen: Die UBS hat sich in den letzten Jahren als zuverlässige und prompte Lieferbibliothek in Österreich einen Namen gemacht. Die Gründe sind in der weit fortgeschrittenen Erfassung der Altbestände (auch dank des genehmigten Großprojektes Retrokatalogisierung), aber auch in der Teilnahme der meisten Fachbibliotheken an der Fernleihe zu sehen.
7. E-Medien und Digitalisierung
- Die UBS beteiligt/e sich an zahlreichen Konsortien, die durch die Konsortialstelle an der OBVSG in Wien betreut werden, um so einen kostengünstigeren Einkauf von E-Medien zu ermöglichen.
- Beginn der Mitarbeit am EU weiten Projekt EoD (E-Book on Demand). Hierbei werden urheberrechtsfreie Werke vollständig eingescannt.
- Weiters werden an der UB Salzburg seit Herbst 2011 Inhaltsverzeichnisse und Abstracts eingescannt und als Kataloganreicherung dem österreichischen Bibliotheksverbund zur Verfügung gestellt.
10. Teilnahme am Österreichischen Bibliotheksverbund
- Mitarbeitende der UBS sind sowohl als Systembibliothekare als auch in der lokalen Redaktion tätig und nehmen an den österreichweiten Systembibliothekarstreffen, Verbundtagungen, Zentralredaktionssitzungen bzw. Vollversammlungen teil.
- Es gelang, die Mittel für die Anschaffung der Suchmaschine Primo („Bibliotheks-Google“) zu bekommen.
- Der Umstieg der Bibliothekssystems Aleph auf die neue Version erforderte eine intensive Datenmigration.
11. Bibliotheksausbildung
- Im Herbst 2012 schloss der 2010 aufgenommene Lehrling an der Fachbibliothek für Gesellschaftswissenschaften erfolgreich ihre Lehre ab. Ab September 2012 konnte wiederum ein neuer Lehrling aufgenommen werden. .
- Die Universitätsbibliothek stellt weiters ihr Fachwissen durch die Betreuung von Auszubildenden in Form von Praktikumsplätzen zur Verfügung.
12. Weitere Projekte
- Das vom Rektorat und dem Land Salzburg geförderte Projekt „Provenienzforschung, ein Forschungsprojekt der Universitätsbibliothek Salzburg zu Buchraub und NS-Geschichte“, konnte seinen Arbeitsschwerpunkt Buchautopsie und den Beginn der Provenienzanalyse entsprechend des Umsetzungsplanes erfolgreich durchführen. Im Herbst 2012 konnte wie geplant die erste Publikation über die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren werden sowie auch eine erste Restitution an das Stift Michaelbeuern erfolgen. Für die noch notwendigen weiteren Recherchen stehen derzeit leider keine Gelder zur Verfügung. Es wird jedoch verfolgt, wieder Projektgelder zu erhalten.
- Durch zusätzliche Mittel des Rektorats (wissenschaftlicher Projektmitarbeiter für zwei Jahre) konnte in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Kunst-, Musik- und Tanzwissenschaften die wissenschaftliche Bearbeitung der Grafiken der Sondersammlungsbestände der Universitätsbibliothek weitergeführt werden. Auch hier gelang es, im Herbst 2012 diese Grafiken einerseits in der Residenzgalerie Salzburgs einem sehr interessierten Fach/-Publikum erstmals zeigen zu können (November bis Februar 2013), weiters erschien auch ein dazu eine Publikation „Gedankenstriche“, die einen Auszug der Ausstellungsobjekte zeigt.
13. Interne Weiterentwicklung
Mittels Begleitung einer auf Bibliotheken spezialisierten Beratungsfirma startete ein umfassender Entwicklungsprozess der Universitätsbibliothek, der zum Ziel hat, die bisherigen Strukturen an die sich rasch ändernde Bibliotheks- und Medienwelt zu adaptieren. Im Zuge dieses Prozesses fanden zwei Großgruppentage statt, bei denen für die gesamte Belegschaft die Möglichkeit bestand, sich mit bibliothekarischen Entwicklungen neunen Themen auseinander zusetzen (u.a. auch mit den Leitzielen, Leistungsvereinbarungen etc. wie auch mit Projektmanagement). Im Zuge dieser wurden auch drei Projektgruppen eingesetzt, die folgenden Ziele intensiv verfolgen: Verbesserung der Services, Dokumentation der Arbeitsabläufe und Ausbildung/Weiterbildung. Gleichzeitig erfolgt eine intensive Auseinandersetzung mit Führungsthemen bei Workshops sowie auch eine Organigrammdiskussion – bzw. Weiterentwicklung.
14. Öffentlichkeitsarbeit
- Durch das Faktum, dass die Universität Salzburg 2012 ihr 50 jähriges Wiedererrichtungsfestjahr feierte, brachte sich die Universitätsbibliothek beim Festtag im Juni 2012 durch ein umfangreiches Programm ein.
- Während des Jahres fanden vier Ausstellungen in der Hauptbibliothek und einige Lesungen sowohl in der Hauptbibliothek wie auch in der neuen Unipark Bibliothek statt.
- Durch die Teilnahme an der Langen Nacht der Museen wurden erneut zahlreiche Interessierte auf die Schätze der Universitätsbibliothek und deren Arbeit aufmerksam gemacht.
- Als „Dauerausstellung“ durch das gesamte Jahr hindurch erfolgte der so genannte „Jubiläumspfad in fünf Zyklen“, der in den Fenstern der Universitätsbibliothek/Hofstallgasse zu sehen war, aber auch digital bzw. dann in einer Publikation Anfang Oktober präsentiert wurde („Aus Salzburg Hoher Schule geplaudert“).
Quelle: https://www.sbg.ac.at/qe-eval/Wissensbilanz/Wissensbilanz_Universitaet_Salzburg_2012.pdf