AG Citizen Science

Über die AG Citizen Science

Motivation

Partizipative Forschung wird aus mehreren Motiven zunehmend beliebter. Einerseits versucht man aus Gründen der Nachhaltigkeit, eines bewussteren Diversitätsverständnisses, aber auch aufgrund der oft knappen zeitlichen Ressourcen, interessierte Personen in den Forschungsprozess einzubeziehen und das breitere Wissen, Zeit und Ressourcen zu nützen. Diese Involvierung kann auf unterschiedlichen Ebenen passieren, etwa bereits beim gemeinsamen Erstellen der Forschungsfragen, des Designs, beim Sammeln und Analysieren von Daten oder auch beim Verbreiten und Publizieren der Ergebnisse. Aber auch Bibliotheken selbst führen verstärkt Projekte mit Bürger*innenbeteiligung durch, um ihre Bestände zu bearbeiten und zu optimieren.

Forschende und Mitforschende benötigen beim Durchführen dieser Projekte zum Teil mehr, bzw. andere Unterstützung als die Bibliotheken, vor allem die forschungsunterstützenden Services, derzeit in ausreichendem Umfang anbieten können. Vor allem kleinere Institutionen haben oft nicht die Kapazitäten sich Wissen über ethische, juristische Fragen, Datenmanagement, Publikationsservices, Open Science usw. anzueignen und umfangreiche Unterstützung für unterschiedliche Zielgruppen in diesen Bereichen anzubieten.

Citizen Science an öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken

Citizen Science findet nicht nur an wissenschaftlichen Bibliotheken statt, sondern auch an öffentlichen Büchereien. Letztere haben meist einen unmittelbareren Zugang zu diversen Nutzenden und werden als niederschwelliger als beispielsweise Universitätsbibliotheken wahrgenommen. Durch die aktive Teilnahme an Forschungsprojekten lernen Bürger:innen, wissenschaftliche Methoden zu verstehen, Daten kritisch zu bewerten und digitale Tools zu nutzen. Gleichzeitig verfügen sie oft über Räumlichkeiten, die für Treffen mit Mitforschenden geeignet sind und als Lernorte fungieren können. Workshops, Datenanalysen oder Diskussionsrunden sollen die Medien- und Wissenschaftskompetenz der Bevölkerung stärken. Citizen Science-Projekte schaffen soziale Interaktion und fördern den Austausch zwischen Generationen, Kulturen und Interessensgruppen. Öffentliche Bibliotheken werden zu Orten der Begegnung, an denen Menschen gemeinsam oftmals wissenschaftlich auch an lokal relevanten Themen arbeiten. Das ist auch der Grund, warum diese AG eine Kooperation zwischen VÖB und BVÖ sein soll.

Angebote

  • Leitfäden für Bibliothekar*innen: Unterstützungsmöglichkeiten für die Mitwirkung bei Citizen Science Projekten
  • Leitfäden für Projektleiter*innen: Wie können Bibliotheken in die Projektplanung miteinbezogen werden bzw. als Kooperationspartner*innen zur Verfügung stehen, welche Möglichkeiten bieten Bibliotheken als Partner*innen für CS Projekte
  • Citizen Science Radar: Welche CS Plattformen und Projekte eigenen sich besonders für Bibliotheken
  • Übersicht über bereits vorhandene Literatur und Trainingsmaterialien

Organisation der Kommision

Es ist geplant, dass sich die Arbeitsgruppe mehrmals im Jahr online trifft und zumindest im Rahmen des Bibliothekskongresses auch persönlich.

Erste Schritte

In einem ersten Schritt möchten wir Bibliothekar:innen aus öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken, die (potentiell)  mit Citizen Science-Projekten zu tun haben, miteinander vernetzen.

In einem weiteren Schritt sollen Beobachtungen und Erfahrungen ausgetauscht werden, um möglichst das gesamte Spektrum von Citizen Science-Projekten und deren Anforderungen kennen zu lernen. Daraus sollen wiederum erste Erkenntnisse abgeleitet werden, die eventuell zu gemeinsam erstellten Hinweisen oder Guidelines führen sollen und in Folge die Arbeit erleichtern werden.

In weiteren Schritten ist einerseits ein Pool an Materialien geplant, der miteinander geteilt werden wird, auf den alle beteiligten Personen aufbauen können, andererseits soll auch Expertise (auch in Form von Weiter- und Fortbildungen) auf- und ausgebaut werden, die den einzelnen Bibliotheken zugutekommt.

Ziele

Ziele für die Forschung und Gesellschaft

  • Erschließung verborgener Quellen und Sammlungen
  • Optimierung der Metadaten und Beschreibungen
  • Arbeit mit bisher ungenutzen Daten
  • Vernetzung und Community Building
  • Breitere Sichtbarmachung von wissenschaftlichen Ergebnissen
  • Beitrag zu globalen Zielen bzw. Sustainable Development Goals

Strategische Ziele für die Bibliothek

  • Profilschärfung als “Third Place”: Die Bibliothek positioniert sich als offener Begegnungsraum, in dem Wissen nicht nur konsumiert, sondern aktiv produziert wird.
  • Demokratisierung von Wissen: Barrieren zur Wissenschaft werden abgebaut. Die Bibliothek ermöglicht es Menschen aller Bildungsschichten, mit unterschiedlichen Erfahrungen und aus verschiedenen Altersgruppen, mit oder ohne Behinderungen an Forschungsprozessen teilzuhaben.
  • Relevanzsteigerung: Durch lokale Forschungsprojekte (z. B. Stadtgeschichte oder Umweltmonitoring vor Ort) zeigt die Bibliothek ihren direkten Nutzen für die lokale Gemeinschaft.
  • Steigerung der Nutzer*innenzahlen durch Abbau von Schwellen
  • Engere Zusammenarbeit mit Forschenden

Bildungs- und Vermittlungsziele

  • Förderung von Information Literacy: Teilnehmer*innen erfahren im Prozess, wie Daten erhoben, bewertet und Quellen kritisch hinterfragt werden
  • Wissenschaftsmündigkeit (Scientific Literacy): Bürger*innen verstehen durch Mitwirkung besser, wie wissenschaftliche Erkenntnisse zustande kommen und leisten einen eigenen Beitrag dazu (Abbau Wissenschaftsskepsis)
  • Data Literacy: Umgang mit digitalen Werkzeugen und die Analyse von Datensätzen

Kontakt

Bei der Interesse zur Mitarbeit, melden Sie sich bitte bei:

Susanne Blumesberger
Universitätsbibliothek Wien
susanne.blumesberger@univie.ac.at

 

Sarah Kwiatkowski
Treffpunkt Bibliothek
sarah.kwiatkowski@treffpunkt-bibliothek.at

Dokumente / Download

Tätigkeitsberichte

Sitzungsprotokolle

Sonstige Dokumente

Mitglieder