Literaturpolitik im NS-Staat

Vor kurzem wurde hier im Blog auf das Buch „Lesen unter Hitler“ von Christian Adam hingewiesen. Nunmehr ist beim Fischer Taschenbuchverlag von Dr. Jan-Pieter Barbian, Direktor der Stadtbibliothek Duisburg und ausgewiesener Experte des Themenfelds, ein Buch zum Thema „Literaturpolitik im NS-Staat“ erschienen, welches auch auf das Bibliothekswesen und den Stand der Bibliothekare eingeht:

Jan-Pieter Barbian: Literaturpolitik im NS-Staat. Von der „Gleichschaltung“ bis zum Ruin (= Die Zeit des Nationalsozialismus. Eine Buchreihe), Fischer Taschenbuch Verlag: Frankfurt am Main 2010
ISBN: 978-3-596-16306-9
Preis € (D) 14,95 | € (A) 15,40

Auch als E-Book:
ISBN: 978-3-10-400813-4
Preis € (D) 14,99 | € (A) 14,99

Zum Buch auf der Verlagswebsite:

Der Herausgeber und Lektor der Schwarzen Reihe, Prof. Dr. Walter H. Pehle, schreibt dazu:

Soeben ist in der Schwarzen Reihe ein Buch zum Thema nationalsozialistische Mediendiktatur erschienen, das in die Hände literaturgeschichtlich interessierter Leserinnen und Leser gehört. Verfasst hat es der NS-Forscher und Literaturwissenschaftler Jan-Pieter Barbian.

Er zeigt, dass die Bücherverbrennungen, die am 10. Mai 1933 in nahezu allen deutschen Universitätsstädten stattfanden, medienwirksam inszenierte Ereignisse waren, die leider bis heute als Symbol der Kulturbarbarei den Blick auf die Entscheidungsabläufe verstellen, die zur Etablierung einer nationalsozialistischen Literaturpolitik geführt haben: Die Beseitigung eines bedeutenden Teils der Literatur der Weimarer Moderne und ihrer Protagonisten war nur das öffentliche Vorspiel zu einem allumfassenden Prozess, in dem staatliche Behörden und Partei“dienststellen“ politischen Einfluss auf die Produktion und Verbreitung von Literatur nahmen.

Eine Schlüsselrolle fiel dabei Joseph Goebbels als Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda und als Präsident der von ihm gegründeten Reichskulturkammer zu. Was im Dritten Reich erscheinen durfte, war „von seinen Gnaden“ zugelassen. Allerdings musste Goebbels seine Macht mit anderen Herrschaftsträgern teilen. Und auch die Beherrschten – Autoren, Verleger, Buchhändler und das lesende Publikum – folgten keineswegs allen Vorgaben des Regimes.

  • Der Autor präsentiert einen knappen wie präzisen Überblick über all die Institutionen, Akteure und Betätigungsfelder, die für die nationalsozialistische Literaturpolitik entscheidend waren. Die Darstellung stützt sich auf umfangreiche Überlieferungen in staatlichen Archiven und zugleich auf Analysen der Verhaltensweisen von Schriftstellern, Verlagen, des Buchmarktes und des Leseverhaltens, wie sie sich in Tagebüchern, Erinnerungen, Briefen, statistischen Erhebungen und Darstellungen zur Buchhandelsgeschichte widerspiegeln.

Rezensionen:

Zum Autor mit ausführlichem Publikationsverzeichnis:

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