ALAI-Österreich diskutierte über die geplante Schutzdauer-Richtlinie

Am Freitag fand im Dachgeschoß des Juridicums in Wien eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung der ALAI-Landesgruppe Österreich statt, die dem Thema: „Der Vorschlag der Kommission zur Änderung der Schutzdauer-Richtlinie 1993/2006“ (Verlängerung der Schutzfristen für Interpreten und Tonträgerhersteller, Schutzfrist für Werke mit Musik und Text) gewidmet war.

Zuerst wurde von Michel Walter der Vorschlag der Kommission vorgestellt und bereits mit einer Fülle an kritischen Anmerkungen, die sich aus der Dogmatik des Urheberrechts ergaben, versehen. Christian Auinger vom Justizministerium ergänzte dies durch seine Ausführungen über den Stand der Europäischen Gesetzgebungsverfahrens und die österreichische Position zum Richtlinienvorschlag, die durchaus negativ war – wie auch das Ergebnis eines vorab geführten Begutachtung ergab. Die VÖB-Kommission für Musik hatte dazu ja ebenfalls eine massiv negative Stellungnahme abgegeben:
http://www.univie.ac.at/voeb/php/downloads/schutzfristenverlaengerungbrief.pdf

An die beiden Vorträge schloss eine Diskussion an, die von Heinz Wittmann geleitet wurde, an denen Vertreter der Interpreten, Tonträgerproduzenten und Urheber am Podium teilnahmen. Die Tonträgerproduzenten agierten massiv für die angesprochene Schutzdauerverlängerung, eine Position, die aus ihrer Sicht durchaus verständlich ist, von den restlichen Podiumsgästen (etwa Vertreter der AKM und der VDFS) aber durchaus kritisch gesehen wurde. Tenor war, dass sich in diesem Fall die Lobby der Tonträgerproduzenten hervorragend in Brüssel in Szene gesetzt hatte.

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